Nach seiner Mitwirkung an den Projekten braunmusic und Hondabeats (beide Tropen), seiner Debut-Platte Schaeben/Voss Dicht dran
(Kompalt) und zahlreichen Live-Auftritten dürfte Thomas Schaeben nicht nur Insidern der Kölner-Szene ein Begriff sein. Vor allem mit seiner konzeptionellen wie undogmatischen Herangehensweise an gegebene Soundbereiche hat er sich einen Namen gemacht. Waren es bei braunmusic noch die Weckgeräusche von Braun-Weckern und bei Hondabeats die Hommage an schnelle Autos aus der seine Musik enstand, so hat Thomas Schaeben bei Busted zusammen mit Denis Moschitto/Evrim Sen Djingles von Atari und
Amiga gesampelt und zu minimalem Techno verarbeitet.
Moschitto/Sen landeten dieses Jahr einen großen Erfolg mit ihrem Buch Hackerland (Tropen), das den Medienmythos Hacker entzerrt und einführt in eine neue Generation von Computerfanatikern, die aus den illegalen Anfängen lägst eine kreative Subkultut geformt haben, in der speicherminimierte Musik eine große Rolle spielt.
Bei Busted trifft die Tradtition der experimentellen elektronischen Musik auf die Ästhetik der
Schwarzkopierer und findet zu einer überraschenden Gemeinsamkeit: Jedes Mittel ist erlaubt.
Rezension beim 1/4 Magazin: Januar 2000: 1/4 Magazin, "Neues Kölner Label 1"
"Busted" heißt ein Gemeinschaftsprojekt von Thomas Schaeben, Evrim Sen und Denis Moschitto, das auf Firm erscheint. Auf der A-Seite sind zwei minimale Tracks von Schaeben, in denen sich diverse Soundereignisse und sogar kleinere Melodien gegenseitig umspielen. Die B-Seite teilen sich
Sen und Moschitto mit mehreren fragmentarischen Tracks sowohl mit 4/4-, als auch mit Breakbeats. Bedauerlich, daß die Stücke nur angedeutet werden, hat doch der wunderschöne erste Track mit Arabesque ziemliches Hitpotenzial. |