Immer mehr Unternehmen beschäftigen sich derzeit mit Social Media Monitoring bzw. Webmonitoring, also das Beobachten von Foren, Blogs und allen anderen Social Media Quellen. Die Fachhochschule Köln forscht in diesem Bereich und hat beispielsweise auch festgestellt, dass Blogs viel einfacher zu indexieren sind: Kein Wunder eigentlich, denn Blogs bieten einen Standard an, der RSS-Feeds ermöglich: Die Lösung ist der Standard XML. Damit dürfe es für Unternehmen kein Problem sein Blogs zu monitoren. Doch bei Foren spielt eine andere Melodie. Da diese keinerlei Standards unterstützen, gibt es wenige Unternehmen, die aus dieser Fülle von Informationen strukturierte Daten erkennen können. Aus Köln bietet das Unternehmen infospeed eine neuartigen Technologie an, mit der auch Foren indexieren werden können. Nicht ganz abwegig, denn Foren spielen in Deutschland eine viel größere Rolle als Blogs. Die taz behauptet, dass beispielsweise über 80% der Blogs nur zu Werbezwecken in der Versicherungsbranche erstellt worden sind, also nicht brauchbar für eine Recherche oder Meinungsbildung. Foren haben dagegen sehr große Masse, sind authentischer. In den USA ist das anders. Denn dort spielen auch Blogs eine große Rolle. Mit der wachsenden Anzahl von Unternehmen, die die unkontrollierte Meinungsverbreitung im Social Web verstehen wollen, wächst aber in Europa die Branche für Social Media Monitoring. Allerdings sind viele unseriöse Unternehmen unterwegs und versuchen auch ein Stück Kuchen abzubekommen.
Schon mal versucht 200 Foren und 16 Millionen Beiträge mit nur eine Suchanfrage zu durchsuchen? Google scheitert derweil grandiös, wenn es um Foren geht, denn er indexiert nur bis zu einer geringen Tiefe. Zudem sind Abfragen über Autoren, Erstellungsdatum eines Postings oder komplizierte Abfragen (Wildcards, Links- Rechtstrunkierung) erst gar nicht möglich. Als die derzeit fortschrittliche Technologie gilt die Software web2monitor (w2m) der Firma infospeed aus Köln. Diese kann alle Ergebnisse von Foren auf Knopfdruck darstellen. Je gefuchster die Abfrage, desto genauer und relevanter die Treffer von w2m. Also eine Suchmaschine für Foren. Die Auswertungen werden schließlich intellektuell gelesen und bewertet. Das Ergebnis ist ein klares Meinungsbild im Social Media bzw. Web 2.0.
Andere Anbieter schwören auf vollautomatische Auswertungen. Derzeit scheitert jedoch die automatische Erkennung meist. Wer nun etwas Negatives oder Positives geschrieben hat, das kann keine Maschine so richtig erkennen. SPSS versucht es derweil mit ihrem intellektuellen Tool Clemetine. Erste Gehversuche zeigen jedoch, dass die Software weder mit Ironie, noch mit verschachtelten Sätzen gut umgehen kann. Künstliche Intelligenz ist selbst nach 50 Jahren immer noch eine Utopie.
Social Media Monitoring bleibt also weiterhin eine spannende Branche - Anbieter in diesem Bereich müssen aber mehrere Kompetenzen beherbergen: Hohe technische Affinität und Programmierkenntnisse (denn eine solche Suchtechnologie erfordert ein hohes Maß an Erfahrung), gleichzeitig Branchenwissen (das Unternehmen muss schließlich für jede Branche Auswertungen fahren können), Gefühl für Social Media (damit man auch versteht, was die User wirklich meinen) und die Fähigkeit Auswertungen zu schreiben (Consulting-Skills). Keine einfache Disziplin also für die Webmonitoring- bzw. Social Media Monitoring Unternehmen.

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