Etwas stimmt an Körperwelten nicht. Und ich habe überlegt, was mich daran gestört hat. Ich habe daher die übliche Kritik gelesen. Doch diese argumentieren auf der Ebene der Menschenwürde. Dem konnte ich aber auch nicht zustimmen. So überlegte ich und mir fiel auf, was mich daran störte. Es war zum einen die Nutzung des Begriffs “Kunst” in Verbindung mit “Wissenschaft”. Das klingt erst mal gut. Doch ich hatte die Vermutung, dass eine gute PR dahintersteckte, die die Verbindung zu “Kunst” und “Wissenschaft” sich aus folgendem Grund ausgedacht hatte: Wer weder Kunst noch Wissenschaft kritisieren möchte, der sollte auch Körperwelten nicht kritisieren können. So funktioniert eine gute PR. Doch dann merkte ich, dass Körperwelten, tatsächlich weder mit Kunst, noch mit Wissenschaft etwas zu tun hat:

Als ich mit Herrn Gunther von Hagens anschaute, sah ich im Grunde jemanden, der versuchen wollte auszusehen, wie ein Künstler, aber doch gar keiner ist. Der Mediziner im Beuys-Verschnitt kam mir also etwas sonderbar vor. Und der Sinn um diesen wissenschaftlichen Wert dieser sogenannten “Ausstellung” blieb mir ebenfalls verborgen. Innerhalb der Besucher konnte ich weder Schulklassen, Medizin-Studenten noch Wissenschaftler erkennen. Der typische Besucher besteht aus heterogenen Neugierigen – eben der typische Besucher einer Show. Körperwelten ist für mich daher nichts weiter als eine kommerzielle Show. Die beiden Begriffe “Wissenschaft” und “Kunst” haben hier meiner Meinung nach nichts verloren. Und genau das ist das Problem: Es ist eine Show, die aber als solches nicht kommuniziert wird.